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9.5.2019

lic. phil. Engelbert Reul

"Im Anfang war das Wort..." – Eine Annäherung an die Lyrik des Dr. Gottfried Benn

 

Reul

Dr. Gottfried Benn (1886-1956) entstammte einem protestantischen Milieu. Sein Vater und bereits sein Grossvater waren Pastoren, seine Mutter stammte aus dem schweizerischen Kanton Neuenburg. Benns Beziehung zu seinem Vater war problematisch, was sich auch in seiner Lyrik offenbarte.  Nach dem Abitur wünschte der Vater, sein Sohn möge Theologie studieren. Benn brach das Theologiestudium in Marburg jedoch ab und studierte Medizin an der Kaiser-Wilhelms-Akademie in Berlin, wo er sich aus Kostengründen für die Laufbahn eines Militärarztes verpflichten musste. Das medizinische Staatsexamen legte er im Jahre 1911 ab und begann bald eine Tätigkeit in der Pathologie. Zu Beginn des ersten Weltkrieges fand man Benn als Militärarzt in Antwerpen und Brüssel. Sein erster Gedichtband wurde im Jahre 1912 unter dem Titel Morgue und andere Gedichte veröffentlicht. Reul rezitierte aus dieser Gedichtsammlung z.B. die Kleine Aster, wo der Gegensatz zwischen einem „ersoffenen Bierfahrer“ und einer Aster brutal bei einer Leichenöffnung dargestellt wird. Auch im Gedicht Schöne Jugend wird eine Obduktion kalt und erbarmungslos vor Augen geführt. Benn war in dieser Zeit „der Inbegriff des höchsten Niveaus und einer geradezu fanatischen Reinheit“ wie sich Klaus Mann im Jahre 1933 in einem Brief an Benn ausdrückte, aber gleichzeitig seiner Entäuschung über den Nichtaustritt Benns aus der Akademie der Künste und die Niveaulosigkeit der Nationalsozialisten Ausdruck gab. Während der dunklen Jahre des Nationalsozialismus und der Zeit des zweiten Weltkrieges erhielt Benn ein Schreib- und Publikationsverbot. Er ging in die innere Emigration. Nach dem Krieg  verdrängte Benn seine Beteiligung an der damaligen Zeit nicht und gab im Nachhinein Klaus Mann und vielen anderen recht, die den Nationalsozialismus von Anfang an verurteilt hatten.  Engelbert Reul verdient Bewunderung, wie er die Lyrik Benns im Umfeld der damaligen Zeit und insbesondere während den Höhen und Tiefen des Arztes und des Dichters Gottfried Benn darzustellen wusste. Benn gilt als Repräsentant des Expressionismus, er brach vor allem in den Morgue-Gedichten brutal mit der bürgerlichen literarischen Tradition. Nach dem zweiten Weltkrieg fand Benn zu einem weniger kalten Schreibstil und war in der jungen Bundesrepublik ein gefeierter Schriftsteller und Lyriker.  Besten Dank dem Referenten für die exzellente Darstellung der Lyrik, der Biographie und der Rezeption durch die Literaturszene des Dr. Gottfried Benn.

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