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9.4.2019

Dr. phil. Marie-Claude Schöpfer

Vom grossen Stockalper zu den Fratelli Loscho. Schlaglichter auf die vormoderne Briger Wirtschaftsgeschichte

 

schpfer portrt

Vor einer zahlreichen Zuhörerschaft gab die Referentin einen Überblick über die vorindustrielle Wirtschaftsgeschichte von Brig und des Wallis, die nicht erst mit Kaspar Stockalper vom Thurm (1609-1691), sondern viel früher begann und v.a. mit dem Alpenübergang des Simplon in  Zusammenhang steht. Aber unter Kaspar von  Stockalper gewann die alpenquerende Wirtschaft eine immense Bedeutung. Kapar von Stockalper erhielt seine Ausbildung durch die Jesuiten in Venthone und Brig und er besuchte ebenfalls die Jesuitenakademie in Freiburg im Breisgau. Nach seiner Rückkehr ins Wallis wurde er Notar und Gemeinderat. Im Jahre 1670 stieg er bis zum Landeshauptmann auf und war in dieser Eigenschaft Chef von Legislative, Exekutive und Judikative. Stockalper war in sämtlichen Gebieten aktiv, die Geld einbringen konnten: In- und Export, Salzmonopol, Söldnerwesen, Bergwerke usw. Er brachte sich in Besitz diverser Liegenschaften und Immobilien, besonders zwischen Mailand und Lyon. Stockalper brachte es zu unermesslichem Reichtum, von dem die Referentin anhand seines schriftlichen Nachlasses einen anschaulichen Vergleich mit den damaligen Handelsobjekten geben konnte. Stockalper holte auch die Kapuziner, Jesuiten und die Ursulinen nach Brig und förderte ihr Fortkommen. Durch den deutsch-römischen Kaiser Ferdinand III wurde er in den Adelsstand erhoben und nannte sich fortan Kaspar Stockalper vom Thurm. In Brig errichtete er das Stockalperschloss, das jedoch bis zu seinem Ableben nicht fertiggestellt werden konnte. Weil er seinen Gegnern zu mächtig wurde, wurde er gestürzt und Stockalper sah sich gezwungen sämtliche Ämter aufzugeben, er verlor auch einen Teil seines Vermögens. 1679 floh er nach Domodossola, von wo er aber 1685 nach Brig zurückkehren konnte. Der Simplonpass und der alpenquerende Güterverkehr spielt im Transitwesen eine überragende Bedeutung und brachte nicht nur Stockalper, sondern auch vielen Bevölkerungsschichten Arbeit und Reichtum. Später übernahmen andere Familien die wirtschaftlichen Unternehmungen und besonders das Säumerwesen über den Simplon, was eindrücklich in umfangreichen Fonds von Geschäftsbüchern der einzigartigen Unternehmerfamilie Loscho, assoziierten Partnerfirmen und anderen zahlreichen Häusern und Compagnien demonstriert wird. Frau Dr. Marie-Claude Schöpfer verstand es in hervorragender Weise, die damalige vorindustrielle und fürs Wallis wichtige Zeit anschaulich darzustellen und die frühkapitalistische Periode aufzuzeichnen, die in Kaspar von Stockalper als Persönlichkeit und in seinem Wirtschaftsimperium kulminierte. Ins Gästebuch des Vortragsvereins Oberwallis schrieb die Referentin einen Sinnspruch Stockalpers: "SOSPES LUCRA CARPAT" – "NOMEN ET OMEN". Das Anagramm Stockalpers mit den Buchstaben "Sospes lucra carpat" bildet den Namen "CASPARUS STOCALPER". Das Motto zeigt hervorragend die Denkweise des grossen Stockalpers in Bezug auf seine Wirtschaftspolitik, kann der lateinische  Text doch mit "Gottes Günstling schöpft die Gewinne ab" übersetzt werden. Herzlichen Dank der Referentin für den exzellenten Vortrag!

PS: Leider, so erwähnte die Referentin, hat sich beim Namen Stockalpers ein Fehler eingeschlichen, denn Kaspar Jodok hat sich ein Nachkomme genannt, der grosse Stockalper selbst führte den Vornamen Jodok nie in seinem Namen.

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