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20.11.2018

lic. phil. Charles Stünzi

BLUT SCHREIT NACH BLUT. DIE RACHE AN SICH, IN DER LITERATUR UND INSBESONDERE IN SHAKESPEARES HAMLET

 

Stnzi Charles

Nach der Definition und Deutung des Begriffs Rache zeigte der Referent bei einer literarischen Reise durch die Weltgeschichte, wie die bedeutendsten Dichter und Denker sich zu diesem Thema geäussert haben. Man kann zum Glück feststellen, dass seit dem alttestamentarischen „Auge um Auge“ und „Zahn um Zahn“ der Rachegedanke vor allem im Bereich der Zivilgesellschaft und der Religion sich in sanfteren Ebenen bewegt. Der Rächer, der Selbstjustiz übt, wird in einem zivilisierten Rechtsstaat durch die Justiz verfolgt, denn das Machtmonopol liegt beim Staat. Viele literarische Werke wenden sich dem Thema Rache zu, teilweise in sehr grausamer und blutiger Weise, beginnend in der Mythologie (zum Beispiel in Homers Ilias bzw. im Trojanischen Krieg), dann auch im Mittelalter bei „Wieland der Schmid“ oder im Nibelungenlied. Auch in der neueren deutschen Literaturgeschichte wird das Thema z.B. bei „Michael Kohlhaas“ oder bei Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“ behandelt. Der Referent kam sodann auf Shakespeare zu sprechen und konnte aufzeigen, dass die Rachetragödie bereits in der Antike angedacht und reichhaltig dargestellt wurde, nämlich durch den Dramatiker, Philosophen und Staatsmann Seneca den Jüngeren. Bei Shakespeares Tragödien kommen viele grausame und dem Zuschauer nur schwer zumutbare Szenen vor, am ausgeprägtesten bei Titus Andronicus. Im elisabethanischen Zeitalter befassten sich neben Shakespeare auch andere Dichter mit dem Thema Rache, wie das von Thomas Sackville, dem 1. Earl von Dorset, und Thomas Norton 1561 geschriebene Stück Gorboduc, die erste in englischer Sprache geschriebene Tragödie überhaupt. Auch Thomas Kyd, ein bedeutender Vorgänger von Shakespeare, darf mit der damals äusserst populären Rachetragödie "The Spanish Tragedy" und der Hauptfigur Hieronymo erwähnt werden. Shakespeares Prinz Hamlet schliesslich ist zwar auch ein Rächer, aber er ist noch viel mehr als das. Das Stück Hamlet ist ebenfalls eine Rachetragödie, aber ohne die von Seneca bis zu Thomas Kyd führende Tradition kaum vorstellbar. Prinz Hamlet ist eine schillernde Figur mit vielen Facetten und Seiten, die sich zum Teil auch widersprechen. Shakespeare vollendet bzw. vervollständigt mit Hamlet, was Kyd mit Hieronymo begonnen hat: Er zeigt ein menschliches Individuum als komplexes, letztlich rätselhaftes, ja widersprüchliches Wesen, welches erst noch bewusst verschiedene Rollen spielt. Der Vortragsverein dankt dem Referenten lic. phil. Charles Stünzi ganz herzlich für das ausgezeichnete, perfekt recherchierte Referat zum Thema Rache.

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