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15.5.2018

Prof. Dr. Christian Wüthrich

Ist unsere Wirklichkeit letztlich weder räumlich noch zeitlich?

Vortrag zusammen mit der Naturforschenden Gesellschaft Oberwallis


Wthrich ChristianEinsteins Allgemeine Relativitätstheorie geht davon aus, dass wir uns in einem Raum-Zeit-Kontinuum bewegen. Nun zeigt sich aber, dass die Allgemeine Relativitätstheorie nicht ausreicht, um unser Universum zur Gänze zu erklären. An diesem Punkt kommt die sogenannte Quantengravitation ins Spiel, eine noch in Entwicklung befindliche Theorie, die diese Verständnislücken zu schliessen versucht – und dabei neue Probleme aufwirft.

In seinem brillanten Vortrag versuchte der Physiker und Philosoph Prof. Dr. Christian Wüthrich von der Universität Genf einen Einblick in seine diesbezügliche Forschung zu geben. Erste Ergebnisse daraus sollen im kommenden Jahr denn auch in Form eines Buchs publiziert werden, an dem er gemeinsam mit dem amerikanischen Philosophen Nick Huggett arbeitet.Bei all ihren Stärken besteht das Hauptproblem der Quantengravitation darin, dass sie letzten Endes ohne Zeit und Raum auszukommen scheint – diese beiden Kategorien sind ihr zufolge also nicht fundamental gegeben. Doch eine Welt, die nicht durch Raum und Zeit geordnet ist, können wir uns kaum vorstellen. Mehr noch: Wenn wir anhand von Messungen in Raum und Zeit eine Theorie wie die Quantengravitation beweisen wollen, welche die Existenz von Raum und Zeit selbst ausschliesst, ergibt sich schliesslich ein nicht aufzulösendes Paradox. Prof. Wüthrich brachte die Problematik anhand eines Beispiels auf den Punkt: Auch wenn ein Mensch im Verlauf seines Lebens viele charakterliche und körperliche Veränderungen durchmacht, auch wenn die Zellen seines Körpers über all die Jahre komplett ausgetauscht werden, würden wir doch sagen, dass dieser Mensch immer noch derselbe ist. Wir gehen also von einer Art von Identität aus. Diese könnte man auch als einen «Raum-Zeit-Wurm» beschreiben, indem sich ein Kontinuum in Raum und Zeit zwischen dem früheren und dem jetzigen Menschen feststellen lässt. Wenn nun aber Raum und Zeit nicht existieren, wirft das entsprechend schwerwiegende philosophische Probleme auf. Es stellt sich somit die Frage: Wie können Raum und Zeit, ohne die wir uns unsere Alltagswelt nicht vorstellen können, «gerettet» werden? Prof. Wüthrichs These, die er dem zahlreich anwesenden Publikum trotz der Komplexität der Materie anschaulich und gut verständlich näherbrachte, besteht nun darin, dass Raum und Zeit zwar keine fundamentalen Eigenschaften sind, sondern sogenannt emergente. Das heisst, dass Raum und Zeit aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Elemente entstehen, ohne dass sie in den einzelnen Elementen angelegt wären. Dies würde erklären, weshalb Raum und Zeit existieren, obwohl sie in den grundlegenden Gleichungen der Quantengravitation keine Rolle zu spielen scheinen. Würde es gelingen, zu beweisen, dass Raum und Zeit emergent sind, würde dies nichts anderes als die Möglichkeit unserer Erkenntnis sichern- Noch eines zeigte Christian Wüthrich in seinem Referat auf: Physik und Philosophie sind viel enger miteinander verschränkt, als man meinen möchte. So sind denn beide Disziplinen gefordert, miteinander Grundlagenforschung zu betreiben. Ob diese Anstrengungen eines Tages von Erfolg gekrönt sein werden, ist wohl nur eine Frage der Zeit; doch der Weg dorthin ist nichtsdestotrotz ungemein faszinierend! (Text und Kommentar Nicolas Eyer)

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